|
Papierarten
Die Güte der Rohstoffe bestimmt die Gebrauchseigenschaften der Wellpappenverpackungen wesentlich. Als wichtigster Kostenfaktor steht für die Wellpappenindustrie der Rohstoff Papier an der Spitze. Um diese speziellen Eigenschaften zu erhalten, verwendet man für die Deckenpapiere Rohpapiere mit hoher Berst- u. Reißfestigkeit.
|
Das Deckenpapier - gewissermaßen die Außenhaut der Wellpappe - ist beim alltäglichen Einsatz im Lager oder auf der Ladefläche des LKW besonders hoher Beanspruchung ausgesetzt. Es muss daher sehr reißfest sein.
Das Deckenpapier sorgt darüber hinaus für das Aussehen der Verpackung. Für einen qualitativ hochwertigen Druck ist eine möglichst glatte Papieroberfläche erforderlich.

Dabei werden hauptsächlich drei Sorten unterschieden:

- Kraftliner
wird eingesetzt, wenn das Deckenpapier besonders widerstandsfähig sein muss oder die Verpackung auch Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Kraftliner besteht zu mindestens 80 % aus Frischfasermaterial.
- Testliner
ist eine leistungsfähige Sorte aus Altpapier.
- Schrenz
sind leichte Deckenpapiere aus Altpapier.
Beim Wellenpapier, dem Inneren der Wellpappe, gib es die Wahl zwischen Rohpapieren aus Frischfasern und Altpapier.

Bei der Wahl der Papiersorte werden die physikalischen Anforderungen an die fertige Verpackung zugrunde gelegt. So erfordert z.B. die Stapelfähigkeit von Wellpappenverpackungen eine möglichst hohe Stabilität der Welle. Beim Transport besteht eine weitere wichtige Funktion darin, Stöße abzufedern und eine Polsterwirkung auszuüben.
Halbzellstoffpapier besteht aus halbchemisch aufgeschlossenen Holzfasern, Wellenstoff wird aus gemischtem Altpapier hergestellt. Sind die gewünschte Festigkeit und Steifigkeit beim Halbzellstoff bereits durch den Rohstoff, die Frischfasern, bedingt, erreicht der Wellenstoff durch bestimmte Fertigungsmethoden, die spezielle Altpapierrezeptur und durch das Hinzufügen von Stärke vergleichbare Qualitäten.
Es überwiegen die Papiersorten Testliner bei den Deckenpapieren und Wellenstoff bei den Wellenpapieren. Insgesamt werden über 75 % des Rohstoffbedarfs mit Papiersorten auf Altpapierbasis gedeckt. Die Zufuhr eines bestimmten Anteils an Frischfasern bleibt notwendig, um eine konstante Qualität der Recyclingpapiere zu erhalten. Bei der Herstellung der Wellpappenrohpapiere wird auch unter den Altpapieren eine Auswahl getroffen. Zu den bevorzugten Sorten gehören gebrauchte Wellpappenverpackungen, die wegen ihrer Sortenreinheit einen besonders hochwertigen Rohstoff darstellen.
Soll eine Verpackung aus Wellpappe auch extrem wasserabweisend, fettabweisend, ölfest, schwer entflammbar, rutsch- u. scheuerfest, fäulnisverhindernd oder gar insektenabweisend, muß zu speziellen Veredlungstechniken gegriffen werden.
Imprägnieren und Beschichten verhelfen Wellpappe auch zu diesen Zusatznutzen. Alle Schichten der Wellpappe - Außendecke, Innendecke und Wellenpapier - können entsprechend den Anforderungen speziell behandelt werden. Dem ökologischen Anspruch der Wellpappenverpackung entsprechend werden umweltverträgliche Veredlungsmittel entwickelt und in der Wellpappenindustrie verwendet.